EUPHORION 20110630 by Euphorion
EUPHORION
Eine wissenschaftliche Zeitschrift für Literaturgeschichte für das gesamte Gebiet der deutschen Philologie. Sie erscheint beim Universitätsverlag Carl Winter und wird von Wolfgang Adam herausgegeben. Der Titel leitet sich von Faust, der Tragödie zweiter Teil ab. Er benennt den Sohn von Helena und Faust und steht für die Verbindung von antiker und germanischer Tradition.

1. Begriff/Euphorion, bereits eine antike, dichterische Erfindung des 1. Jahrhunderts n. Chr., in der griechischen Sage der auf den Inseln der Seligen angeblich, erzeugte schöne, geflügelte Sohn des Achilleus und der schönen Helena. Von Zeus, dessen Liebe er nicht erwiderte, auf der Insel Melos vom Blitz erschlagen. Von Ptolemaios Chennos (Westermann Mythogr. 188, 22) erfundene Sage. Von Goethe im zweiten Teil des Faust, als Sohn des Faust und der Helena verwendet; in dieser Gestalt verherrlichte Goethe den englischen Dichter G. Byron.
2. Euphorion, war ein Sohn des berühmten griechischen Tragödiendichters Aischylos. Er brachte posthum viermal Tragödien seines Vaters auf die Athener Bühne und errang damit im Jahre 431 v. Chr. im Wettbewerb (Agon) den ersten Platz, wobei er aufgrund der außerordentlichen Beliebtheit des Aischylos selbst so hervorragende Dichter wie Sophokles und Euripides aus dem Felde schlagen konnte. Euphorion trat auch selbst als Tragödiendichter hervor und verfasste mehrere Dramen.
3. Euphorion/Autor, (* um 276 v. Chr. in Chalkis auf Euböa; † 225 v. Chr.) war ein griechischer Dichter und Schriftsteller des Hellenismus. Außer prosaischen Werken verfasste er Epen, Elegien und Epigramme in geschraubter Ausdrucksweise und dunkler Sprache. Euphorion starb als Bibliothekar des seleukidischen Königs Antiochos III. Nikaia, die Frau des Kraterossohnes Alexander, des Herrschers von Euböa, soll sich in E. verliebt haben.
Quelle Sekundär
1. Als der in München wirkende Paul Heyse die Szene betrat, begrüsste ihn Brahms als den Einzigen, "den ich als Mitarbeiter wünschen konnte" und von dem er Vorschläge erwarte in der Art "möglichst entgegen unserer großen Oper". Er erhielt solche zu einem Ritter Bayard, zu Themen aus Gregorovius’ pompeijanischem Euphorion und gar zu einer kalifornischen Goldgräberoper, was Brahms denn doch irritierte.
2. Nietzsches "Euphorion"-Fragment bringt, eine Anlehnung an den "Weltschmerz" Byrons, im Ton an Georg Büchners "Leonce und Lena" erinnernd, das vor absonderlichen Abstrusitäten nur so strotzt.