Nachtrag zum "Politischen Salon" der Ostsee-Zeitung mit Frauke Petry am gestrigen Tag
Knapp 150 Menschen folgten gestern der Einladung der Ostsee-Zeitung Rostock, um den Gedanken und Zielen der fast schon ehemaligen Frontfrau Frauke Petry zu lauschen und auch kritische Fragen zu stellen.
Bereits vor dem Verlagsgebäude versammelten sich 30 Personen um gegen die Veranstaltung mit und für die AFD-Vorsitzende zu demonstrieren. Interessanterweise war die jüngst von der eigenen Partei kaltgestellte Vorsitzende Gast in Rostock und nicht die Spitzenkandidatin Alice Weidel aus Süddeutschland, oder besser gesagt aus der Schweiz, wo sie vermutlich selbst wohnt.
Das tat der Veranstaltung dennoch keinen Abbruch, die Mehrheit des Publikums war ganz eindeutig völlig unkritisch und uneingeschränkt AfD-Befürworter. Das zeigte sich auch in mehreren Nachfragen des Moderators und Chefredakteurs Andreas Ebel, dem lauthals Gebrüll und Beschimpfungen auf einige Fragen entgegenschlugen. Auch Frauke Petry hatte ihre liebe Müh, ihre eigenen Anhänger zur Räson zu bringen.
Nach diesen ersten Auseinandersetzungen schien auch Ebel die Moderationsrolle langsam zu entgleiten und er sich auf die Position des Fragestellers zurückzuziehen.
So kam es, das einzelne kritische Fragen gar nicht mehr beantwortet wurden, anderen Fragesteller geradezu der blinde Hass und die Verachtung des Publikums entgegenschlugen.
Zeugen berichteten von erheblichen Tumulten und beihnahe Handgreiflichkeiten, weil andere Meinungen als die der afd-konformen nicht geduldet würden.
Insgesamt verwundert die Berichterstattung der OZ dennoch einwenig, wenn davon gesprochen wird, Petry hätte sich der Kritik gestellt.
Deswegen müssen wir auch daraufhinweisen, dass das Video an einigen Stellen recht scharfe Cuts beinhaltet, ein Zeichen dafür, das hier eine geschnittene Version vorliegt.
Wer sich das gesamte Video anschauen mag, dieses gibt es unter www.facebook.com/Ostseezeitung/videos/10155672137351108/?hc_ref=ARSXFMkHi7oilMYc-SpOoDOSRoWfQrtP1B3gCUVaqzmwZNQdaDIXfTgpPlBrwQgBhhY
In einer Persönlichen Erklärung kündigt Lorenz Caffier seinen Rücktritt als Innenminister an.
"Ich muss erkennen, dass ich in dieser Situation nicht mehr die nötige Autorität besitze, um das Amt des Innenministers mit ganzer Kraft bis zum September 2021 ausüben zu können."
Der CDU-Politiker reagierte damit auf Vorwürfe wegen eines umstrittenen Waffenkaufs. Mehr in Kürze auf ndr.de/mv
Lorenz Caffier hat die Waffe also doch gekauft!
Hatte er einfach ein schlechtes Gewissen oder kam zur Selbsteinsicht? Nein! Der öffentliche Druck wurde einfach zu groß, die Fragen lagen bereits seit einem halben Jahr vor und wurden ignoriert!
Danke an die taz und deren Journalisten für das konsequente Dranbleiben an der Sache - über Jahre!
Kaufte Innenminister Caffier eine Waffe beim Güstrower Schießanlagen-Betreiber und ehemaligen Nordkreuzler Frank T.?
Caffier dementiert nicht, verweist nur darauf, dass das Privatsache sei?! 🧐 Okay, der Nordkreuz-Admin Marko G. hat seine Waffen und Munition ja auch privat gehortet - von daher...
Heute wurde der Verfassungsschutzbericht für MV vorgestellt. Habe mir die Pressekonferenz angeguckt, weil einige Organisationen und Personen (AfD, Nordkreuz) aus diesem Bericht auch in #Heimatsuche vorkommen. Auf meiner Reise quer durch MV haben sie meine Recherche fürs Buch beeinflusst...
Als die kurze PK heute fast beendet war, stellte die Taz-Journalistin dem Innenminister die leider gar nicht völlig abwegige Frage, ob er als Privatperson beim ehemaligen Nordkreuz-Aktivisten Frank T. eine Waffe gekauft habe oder selbst ein Schießtraining absolviert habe. Der Innenminister verneinte das nicht, nein, er sagte lieber, die Journalistin solle ihn privat anfragen, per Brief. Ernsthaft.
Ist das die Transparenz, die man von einem Minister auch in MV erwarten darf?
Zur Erinnerung: Gegen die rechtsextremistische Gruppe Nordkreuz wird ermittelt, weil sie für politische Morde Waffen und Munition in MV gesammelt hatte. Die meisten Mitglieder stammen aus dem Umfeld von Polizei und Bundeswehr des Landes. Nordkreuz ist Teil des rechten Hannibal-Netzwerks in Sicherheitsbehörden, über das die Taz berichtete. Und Nordkreuz führte in MV eine Todesliste, für den Tag x hatte man sich auf die Umsetzung dieser Liste vorbereitet.
UPDATE
Der Innenminister hat am Freitag zugegeben, dass er Anfang 2018 eine Pistole beim ehemaligen Nordkreuz-Mitglied, dem Güstrower Schießplatzbetreiber und Waffenhändler Frank T. gekauft hat. (Da der Innenminister privat Jäger ist. Kein Scherz.) Der Generalbundesanwalt ermittelt übrigens schon seit Sommer 2017 gegen zwei Mitglieder von Nordkreuz wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.







